Das
Sprachenatelier erweitert sein Angebot um Kunstkurse. Beginnen werden
wir mit zwei Kreativkursen: „Illustrationen und Bildgeschichten“
und „die Collage“, welche grundlegende Gestaltungstechniken
vermitteln werden und besonders für Neugierige und Anfänger auf
diesem Gebiet geeignet sind.
Wenn ihr schon immer einmal Lust hattet, euch kreativ auszutoben und mit verschiedenen Materialien zu experimentieren, dann ist der Collage-Kurs genau das Richtige für euch. Hier könnt ihr eurer Fantasie und eurem Tatendrang freien Lauf lassen und alles zusammenbringen und kleben, was nicht niet- und nagelfest ist und Euch vor die Nase kommt.
Zur Geschichte der Collage
Die
Collage ist eine Technik der Bildenden Kunst, bei der durch
Kombinieren und Aufkleben (frz. coller = kleben) unterschiedlicher
Materialien eine neue ästhetische Einheit geschaffen wird.
Mit
dem Begriff Collage
ist nicht nur eine spezielle Technik, sondern auch eine Verhaltens-
und Verfahrensweise gemeint, die festgelegte Bedeutungen oder
Beziehungen in Frage stellt und durch neue, experimentelle
Kombinationen veränderte und unverbrauchte Bildinhalte schafft. Eine
Collage erlaubt den spielerischen Umgang mit Materialien, Verfahren
und Ideen und schließt die bewusste Anwendung „exakter“ Regeln
weitgehend aus. Eine künstlerische Collage kann z.B. aus Zeitungs-
und Illustriertenausschnitten, Schriftfragmenten, Bändern, farbigen
Papierschnipseln, Fotografien, Hölzern, Stoffen und vieles mehr
bestehen, die auf einen festen Untergrund geleimt, genäht oder auch
genagelt werden.
Max Ernst, ein bedeutender Vertreter der surrealistischen Collage, definierte Collage so:
„Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt.“
– Max Ernst, 1962 –
Begründet
wurde die Collage-Technik zum einen mit der DADA-Bewegung, die 1916
mit dem Cabaret Voltaire
in Zürich begann. Der Dadaismus war eine Protestbewegung und Revolte
gegen den Ersten Weltkrieg und sein sinnloses Blutvergießen, aber
auch gegen das Spießbürgertum dieser Zeit sowie gegen den protzigen
Wilhelminismus. Vor allem aber war die Dada-Bewegung der gelungene
Versuch, die verhärteten akademischen Kunstgesetze radikal zu
brechen und neue Horizonte für die Künste und ihre Möglichkeiten
zu entfesseln.
Dada Künstler wie George Grosz, John Heartfield, Hannah Hoech oder Hans Arp verwendeten in ihren ersten Klebebildern alltägliche Materialien wie Abfall und zufällig Gefundenes, fertigten aber auch Fotomontagen und protestierten mit der Collage gegen starre Konventionen in Gesellschaft, Kultur und Politik.
Der sehr
eigene Merz-Dada Künstler Kurt Schwitters experimentierte seit 1918
mit verschiedenen kombinatorischen Verfahren bis hin zur Raumcollage
aus Holz, Metall, Abfall, Draht etc., bei dem er sein eigenes
Wohnhaus in Hannover zu einem großen Collage-artigen Kunstwerk
ausbaute, nachdem er vorher seinen Untermietern gekündigt
hatte.
Seit Beginn der papiers
colles („geklebtes
Papier“), die von den Kubisten Georges Braque und Pablo Picasso um
1912 erschaffen wurden, entwickelte sich die Collage zu einem
ästhetischen Ansatz, dem später viele Künstler folgten.
Max
Ernst kombinierte Malerei, Zeichnung und Fotografie zu
surrealistischen Collagen. Für Dadaisten und Surrealisten war vor
allem die Arbeit mit dem „Zufall“ eine Chance für neue
Ausdrucksmöglichkeiten; der Zufall wurde dabei zum gestaltbildenden
Moment in ihren Collagen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Prinzip Collage von der Pop-Art wieder aufgegriffen und ist bis heute ein sehr beliebtes und häufig verwendetes künstlerisches Ausdrucksmittel geblieben.
Zum Kurs „Die Collage“
Im Laufe des Collage-Kurses werden wir die verschiedenen Spiel-Arten der Collage und ihre Gestaltungstechniken kennen lernen, die wir anschließend in eigenen Arbeiten selbst ausprobieren werden. Neben diesen Formen werden wir auch Mischtechniken, Zeichnungen und Malereien in unsere Werke mit einbeziehen.
Gemeinsam wollen wir auf Entdeckungsreise gehen in die Welt der kleinen Dinge. Abgestempelte Fahrkarten, Streichhölzer, Stofffetzen, ein alter rostiger Nagel, die ausgelesene Zeitschrift oder Broschüren, alles kann Teil eures nächsten Kunstwerkes werden. Verschiedenste Elemente, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang stehen, werden auf einem gemeinsamen Untergrund ein neues Ganzes mit ganz eigener Aussage bilden.
Die Technik ist leicht erlernt und erweckt Lust auf mehr!
Zum Abschluss des Kurses ist eine Party und Ausstellung mit euren besten Arbeiten geplant!
Zum Material
Das Sprachenatelier stellt für den Kurs einige Materialien wie Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Papiere, Pappen, Farben, Stifte, Tapetenkleister und vieles mehr, was man kleben kann.
Wichtig ist, dass ihr Euch eine eigene Schere, einen Cutter, eine feste Schneideunterlage (dicke Pappe), einen A-4 Block weißes festeres Papier, einen Block Buntpapier, Pinsel und verschiedene Stifte mitbringt. Auch eine eigene Mappe für die Aufbewahrung eurer Arbeiten ist sehr nützlich. Ansonsten könnt ihr euch natürlich auch alles an Materialien und Fundstücken mitbringen, was ihr in euren Collagen später verkleben möchtet und im Sprachenatelier nicht zur Verfügung steht – denn die Vielfalt ist sehr groß -, eine Liste mit Beispielen und Anregungen findet ihr im Text weiter unten.
Bei entsprechender Teilnehmerzahl (mind. 7) können wir bereits im November unseren Kurs beginnen. Der genaue Termin wird euch dann rechtzeitig bekannt gegeben.
Das Material und Werkzeug
Papiere
Farbige
Papiere – Schnipsel – Schreibpapier – Buntpapier –
Geschenkpapier – Butterbrotpapier – Pappe – Packpapier –
Löschpapier – Tapete – Krepppapier – Transparentpapier –
Eierkarton – Zeitung – Illustrierte – Comics – Warenkataloge
– Fotos – Fotokopien – Fahrscheine – Eintrittskarten –
Aufkleber – Briefmarken – Konfetti – Klebeband – Spielkarten
– Verpackungen – Zigarrenbinden – Toilettenpapier –
Bierdeckel – selbst bemaltes Papier und Wellpappe
Holz
Bretter – Sperrholz – Tischlerabfälle – Kork – Streichhölzer – Zahnstocher – Gesammeltes aus Wald und Wiesen – Zigarettenkisten – Holzwolle – Bleistifte uvm.
Textile
Materialien
Gewebtes
– Gestricktes – Gehäkeltes – Spitzen – Borten – Bommeln –
Pompoms – Stoffe – Wolle – Schnüre – Kordeln – Fäden –
Watte – Filz – Altkleider – Teppichreste – Säcke – Netze –
Strümpfe uvm.
Naturmaterialien
Leder – Pflanzen – Steine – Muscheln – Haare – Fell – Federn – Knochen – Zweige – Sand – Rinde – Bast – Peddigrohr – Tabak – Kerne – Samen – Zapfen – Stroh uvm.
Metall
Folien – Nägel – Schrauben – Nägel – Nadeln – Draht – Büroklammern – Sicherheitsnadeln – Tackerklammern – Blechbüchsen – Dosen – Kronkorken – Küchengeschirre – Bleche – Maschinenteile uvm.
Glas
Fensterglas – Spiegel – Scherben – Perlen – Flaschen – Marmeladengläser – Glühbirnen uvm.
Kunststoffe
Folien – Tragetaschen – Styrophor – Schaumgummi – Klebefolie – Wäscheklammern – Knöpfe – Luftballons – Joghurtbecher – sonstige Plastikverpackungen uvm.
Werkzeuge für die Collage
Schere – Cutter – Schneidefeder – Pinsel – Stifte aller Art – Plastikbecher/-teller Säge – Bohrer – Hammer – Zange – Heftmaschine – Tacker – Folienschweißgerät – Lötkolben – Nietzange – Klebstoffe aller Art – Nägel – Schrauben – Nadel und Faden – Schnüre – Drähte – Nieten – Lötzinn usw.
Collagekünstler: